Traubenkernöl – edles Öl mit hochwertiger Wirkung

Traubenkernöl

Traubenkernöl – edles Öl mit hoher Wertigkeit für den Menschen

Traubenkernöl gilt als beliebtes Speiseöl und wurde bereits im Mittelalter für die Herstellung von Kosmetika und als Behandlungsmittel bei Entzündungen verwendet. Neben den wertvollen Inhaltsstoffen, die einen positiven Effekt auf den gesamten Organismus ausüben, schätzen viele Menschen Traubenkernöl wegen seines angenehm nussigen und fruchtigen Geschmacks. Im 19. Jahrhundert wurde das Öl im Mittelmeerraum und Ungarn erstmals aus den Trauben gepresst, woraufhin eine Ausdehnung nach Deutschland und Österreich erfolgte. Heute ist vor allem das Traubenkernöl aus der Steiermark populär.

Herstellung von Traubenkernöl

Um aus den Trauben einen Liter Öl zu gewinnen, sind etwa 40 Kilogramm der Kerne erforderlich, die in einer Menge von rund zwei Tonnen Trauben vorhanden sind. Diese werden nicht extra angebaut, sondern bei der Weinlese aussortiert. Dort fängt man sie beim Keltern des Weins als sogenannten Trester auf, der am Ende neben den Kernen auch Schalen, Stiele, Blätter und andere Fremdstoffe enthält. Aus diesem Trester werden die Kerne herausgesiebt und vor der weiteren Verarbeitung vom noch anhaftenden Fruchtfleisch befreit, gereinigt und getrocknet. Die Kerne, aus denen Traubenkernöl hergestellt wird, stammen daher überwiegend aus den typischen Weinanbaugebieten im In- und Ausland.

Traubenkernöl lässt sich auf zweierlei Weise gewinnen.

  1. Zum einen durch Raffination, bei der die Kerne auf eine Temperatur von etwa 170 Grad erhitzt und ausgepresst werden. Hierbei kommen zum Teil auch spezielle Lösungsmittel zum Einsatz, die dafür sorgen, dass sich das Öl leicht aus den Kernen löst.
  2. Eine andere, weitaus schonendere Variante hingegen ist die Kaltpressung, denn bei dieser bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe des Öls in größeren Mengen erhalten. Ein Nachteil der Kaltpressung ist, dass das Verfahren nicht so ergiebig ist, da für einen Liter Öl eine größere Menge Traubenkerne als bei der Raffination benötigt wird. Daher ist kalt gepresstes Traubenkernöl in der Regel teurer als raffiniertes Öl.
    – Eine besondere Variante des Traubenkernöls ist Bio-Öl, bei dem die Kerne aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Sie sind daher frei von Rückständen, die sich in der  konventionellen Landwirtschaft durch den Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln bilden. Auf die Pressung der Traubenkerne folgt bei vielen Ölherstellern die Filtration. Hierbei  wird das Öl durch ein Papier oder einen Stoff gefiltert, um größere Partikel auszusieben. Anschließend erfolgt die Abfüllung in Flaschen, um das Öl vor Luft und Licht zu schützen.

Traubenkernöl schützt vor Krankheiten

Zu den wertvollen Inhaltsstoffen von Traubenkernöl zählen zahlreiche ungesättigte Fettsäuren. Dazu gehört Linolsäure, die als Nährstoff im menschlichen Körper für den Erhalt und die Regeneration der oberen Hautschichten sorgt. Zum anderen bewirkt ein hoher Vitamin E-Gehalt im Öl einen Schutz vor sogenannten freien Radikalen, die Zellen im Körper angreifen und so sämtliche Krankheiten auslösen können. Weitere wichtige Bestandteile des Öls sind Phenole, Mineralstoffe, Spurenelemente, Lecithin und Vitamin K. Dieser Nährstoff spielt unter anderem bei der Regulierung der Blutgerinnung sowie dem Knochenstoffwechsel eine große Rolle. Für eine Weile geriet die Verwendung von Traubenkernöl wegen der recht aufwendigen Herstellung und des damit verbundenen hohen Preises in Vergessenheit. Neue Techniken haben jedoch dafür gesorgt, dass sich Traubenkernöl inzwischen wieder großer Beliebtheit erfreut und in vielen Reformhäusern und Feinkostläden erhältlich ist.

Traubenkernöl für die Hautpflege

Neben der Verwendung als Speiseöl findet sich Traubenkernöl in vielen Produkten zur Hautpflege wieder. Der hohe Vitamin E Gehalt verzögert den Alterungsprozess, hält die Haut elastisch und beugt dadurch Falten vor. Des Weiteren sind Kosmetika mit Traubenkernöl bei Menschen mit fettiger Haut oder Mischhaut beliebt. Neben der Verwendung der Pflegeprodukte eignet sich auch das reine Traubenkernöl für die Pflege der Haut. Es zieht schnell ein, strafft das Bindegewebe und macht selbst spröde Haut wieder zart und weich. Den besten Effekt erzielt jedoch kalt gepresstes Öl, da aufgrund des schonenden Herstellungsverfahrens die wertvollen Inhaltsstoffe, die für die Zellregeneration verantwortlich sind, nicht zerstört werden. So werden aus dieser Art des Traubenkernöls Badezusätze, Cremes, Massageöle und Kosmetika hergestellt.

Verwendung und Lagerung von Traubenkernöl

Kaltgepresstes Traubenkernöl besitzt eine hellgrüne Farbe sowie einen nussigen Geschmack, der nur dezent an Trauben erinnert. Beim Erhitzen geht dieser Geschmack verloren, daher wird das Öl vorwiegend für Salate, andere kalte Speisen und Marinaden verwendet und gekochten Speisen in der Regel erst kurz vor dem Servieren hinzugefügt. Heiß gepresstes Traubenkernöl hingegen ist recht geschmacks- und geruchsneutral, weshalb es sich für die Zubereitung sämtlicher Speisen und mit dem Zusatz anderer Öle auch als Salatdressing eignet. Darüber hinaus ist raffiniertes Traubenkernöl ein ideales Bratöl- und Frittieröl, da es bis auf 190 Grad erhitzt werden kann und daher als äußerst hitzebeständig gilt. Raffiniertes Öl ist lange haltbar und lässt sich in einem kühlen und dunklen Raum bis zu einem Jahr lagern. Kaltgepresstes Öl dagegen wird leicht ranzig und hält sich am längsten im Kühlschrank, wo es vor Licht und Luft geschützt ist. Grundsätzlich gilt bei dieser Sorte, stets nur kleine Mengen einzukaufen und das Öl möglichst bald aufzubrauchen. Aufgrund der geringeren Haltbarkeit gibt es kaltgepresstes Traubenkernöl im Handel meist in kleinen Fläschchen zu kaufen, das raffinierte Öl ist auch in größeren Mengen erhältlich.